Rettet die 4. Kraft

Heute mal ein etwas nachdenklicher Artikel. Die Frankfurter Rundschau hat pleite gemacht. Nicht, dass mich das besonders stören würde, ich fand das Design schon von klein auf häßlich mit dem Grünen, etc… Aber es zeigt einen Trend: Die Frankfurter Rundschau ist nicht ins Internet gegangen, war da keine Berühmtheit. Deswegen musste sie fallen. Aber ist das Internet die Universallösung für den Journalismus, für die Presse, die vierte Kraft im Lande, die vierte Kraft der Gewaltenteilung?

Also das mit der Frankfurter Rundschau hat mich deswegen so berührt, weil sie zum DuMont Verlag gehörte, für den mein Vater, meine Mutter und mein Opa gearbeitet haben, als Journalisten beim Kölner Stadtanzeiger. Auch der @fischblog, seines Zeichens Redakteur beim Spektrum – Verlag, spricht von einer Krise der Printmedien. Aber kann die Abwanderung der Leser in die Onlinemedien überhaupt bezahlt werden.

Ich mache mit meiner absoluten Theorie 1 Cent pro Leser durch AdSense, natürlich klickt nicht jeder, aber der Schnitt ist ein Cent, ich habe im Monat, wenn es hoch kommt, 1000 Leser. Mir ist das relativ egal, ich habe einen festen Job als Programmierer, und das Schreiben ist nur mein Hobby. Aber wenn man das hochrechnet, ein Cent pro Leser, dann hat eine Zeitung mit einer Auflage von 150.000 Lesern, welches ich jetzt mal naiv gleich setze mit 150.000 Lesern im Internet, gerade mal ein Tagesbudget von 1.500€. Jeder kauft die Zeitung für 1 Cent, anstatt von 50 Cent oder 1€. Natürlich kann man meiner Seite Pseudotheorie vorwerfen, oder auch dass ich die Anzeigen nicht geschickt platziere, nicht auf die richtigen Keywords wette, whatever. 1.500 € am Tag macht 45.000 Euro im Monat, und damit bezahlt man keine 500 Leute starke Zeitung wie die Frankfurter Rundschau. Damit kann man sich, wenn man noch Werbung macht, gerade mal 4 oder 5 Leute leisten.

Ja, die deutschen Politiker schreien nach dem Leistungsschutzgesetz, welches Gelder von Google zu den Zeitungen fließen lassen soll. Dass das Schwachsinn ist in der Ausführung ist jedem klar. Ich rufe die Suchmaschine als Taxi, dass sie meine Inhalte promotet und schreie dann “Hilfe, Entführung”, wenn sie selbiges tut. Google ist, so wie ich es einschätze, Marktwirtschaft pur, Adwords und Adsense Preise werden rein marktwirtschaftlich errechnet.

Dennoch kann keine Zeitung davon leben, wie ich eben etwas laienhaft vorgerechnet habe. Google hat doch bestimmt einen Volkswirten, der muss da eine Lösung entwickeln. Fakt ist, dass die Zeitungen und die Journalisten, früher von ihrer Printwerbung besser leben, vielleicht zu gut leben konnten. Aber die Lösung kann nur von Google ausgehen, sie sollten sich Gedanken machen, wie sie dieses profane Leistungsschutzrecht, das natürlich abzulehnen ist, durch ein sinnvolles Werbepreismodell ersetzen können.

Just my two cents

Euer Till

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.