Till und die Wirtschaft Teil3

Hi zusammen,

im dritten Teil meiner Serie geht es immer noch um Wirtschaft, aber nicht mehr um abstrakte Volkswirtschaft, sondern diesmal wenden wir uns konkreten Handlungsanweisungen aus der Quantitätsgleichung für Betriebe zu. Zur Erinnerung die Quantitätsgleichung ist einer der höchsten Gleichungen der Wirtschaft sie lautet: Geldmenge M = Preis P * Reale Produktion Y / Zirkulationsgeschwindigkeit des Geldes U.

So seit Tagen stelle ich mir die Frage, wie Unternehmensblasen entstehen können. Und dabei wird mir auch der Begriff Inflation wieder klarer. Zum einen eine aufgeblähte Geldmenge M als ein aufgeblähter Preis P führen sicher zu Blasen.

So in Deutschland werden seit Jahren die Kosten gesenkt, insbesondere wie auch meine Generation schmerzlich mit bekommt die Personalkosten. Und hier haben wir den Beweis, dass das auf lange Zeit nicht gut geht.

Man erinnere sich an meinen Merksatz, der Rubel muss rollen. Das tut er bei geringen Löhnen eben nicht. De facto sinkt dadurch die Zirkulationsgeschwindigkeit U des Geldes im Unternehmen.

Jetzt formen wir die Gleichung um, um die Folgen klarer darzustellen. M * U = P * Y.

Daraus folgt, sinkt die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes muss bei gleichbleibendem Preis P und bei gleichbleibender Produktion Y, natürlich die Geldmenge steigern. Die Unternehmen freut das, wenn die Geldmenge des Unternehmens, die Kapitalisierung, die Gewinne, die Umsatzrendite steigen.

Das ist aber leider ein Trugschluss, weiß man doch aus der Volkswirtschaft, dass ein zu starkes Ansteigen der Geldmenge definitiv Inflation ist, definitiv zu Blasen führt und definitiv, dass diese Blasen platzen und nix als Zerstörung hinterlassen.

Ich halte immer die kaufmännische Rechnung wie sie früher galt, für ein gesundes Gleichgewicht. Auf seine Kosten schlägt der gute Kaufmann 20% Handlungskosten auf und auf diesen Betrag dann 20% Gewinn. Das will niemand den Geschäftsleuten nehmen.

Damit bin ich bei einer Umsatzrendite von ca. 17%, was schon sehr viel ist heutzutage. Sämtliche Umsatzrenditen, die höher sind, halte ich für inflationär, die betreffenden Unternehmen sind Blasen, und die dazugehörigen Märkte extremst bedroht.

Nochmal zurück zur Gleichung M * U = P * Y. De facto führen die zu geringen Löhne zu viel zu hohen Umsatzrenditen der Unternehmen (Huch, da ist eine Heuschrecke ;-)). Wäre dies nicht der Fall, müsste die reale Produktion zurückgehen.

Da kommt aber wieder unser Nachfrage – Angebotsprinzip ins Spiel, das ich ja schon im ersten Teil als nicht mehr zeitgemäß dargestellt habe. Sinkt die Produktion, steigt wiederum der Preis der Güter. Steigt der Preis, sinkt die Nachfrage und damit die Produktion.

Ich bin deshalb bei deutlich höheren Löhnen als sie derzeit gezahlt werden. Ich bin bei einer Preissteigerung eines Unternehmens, dass die dritte Wurzel der steigenden Produktion darstellt. Ich bin auch unternehmerisch bei einer Preisgestaltung, die die Preise nur in der dritten Wurzel der Produktionssteigerung steigen lässt. Alle anderen Preispolitiken führen zu platzenden Blasen.

Zur Untermauerung meiner These wieder die Physik: M ist die Abdeckung, beispielsweise eine Decke mit der Einheit kg * m³. Umlaufgeschwindigkeit u lasse ich konstant und um es nicht unnötig zu verkomplizieren, lasse ich die Einheiten weg nach der Äquivalenz von Raum und Zeit nach Einstein. Dann bin ich bei einer realen Produktion Y, die in kg zu messen ist. Folglich entspricht der Preis m³.

Nun sagte ich, um die reale Produktion zu erhalten, muss die Geldmenge im Quadrat wachsen bezogen auf die Preise, gerne unter Berücksichtigung der Prozentsätze. Das Bruttoinlandsprodukt ist das Produkt aus realer Produktion und Preis. Bisher war es so, dass die Regierungen immer die Steigerung der Geldmenge an der Steigerung des Bruttoinlandsprodukts orientiert haben.

Damit steigt der Preis, aber die reale Produktion bleibt gleich, so die Theorie bisher. Und wie ich im letzten Artikel dargestellt habe, ist kg pro Volumen Dichte und sinkende Dichte ist Zeichen einer Blase. Wenn als Y / P immer kleiner wird, was wir de facto seit Jahrzehnten haben, bilden wir als Staat und Gesellschaft eine Blase. Diese Blase haben wir, die Leute werden immer ärmer. Um die Blase konstant zu halten, müsste die Produktion mit den Preisen steigen. Da bin ich bei Y / P = 1. Ich bin dann auch bei M = P². Also die Geldmenge müsste im Quadrat zu den Preisen steigen, um wenigstens die Blase konstant zu halten. Ich bin bei M = P³, um die Blase wieder kontrahieren zu lassen. Da wir aber auch M nicht so eklatant steigen lassen wollen, bin ich bei ganz moderaten Preiserhöhungen, wie gesagt 3. Wurzel der Produktionssteigerung, um die Dichte wieder zu vergrößern.

Verherrend ist dann auch, wenn nach der Euphorie der Hausse, wie wir sie derzeit haben, die Depression der Baisse kommt. Ich kenne das Gefühl jetzt von 1999. Jeder denkt die Börsenrekorde gehen so weiter ad infinitum. Das Gefühl haben wir wieder. Und wieder werden von dem Börsencrash nur einige wenige profitieren und die Mehrheit der Bevölkerung verliert wieder aufgrund ihrer Gier ihr sauer Erspartes. Dann haben wir wieder eine Depression der Völker.

Ich sehe weltweit viele kluge Maßnahmen gegen den Börsencrash von politischer Seite und von den Notenbanken. Leider sind es diesmal die Renditen, die zu Blasen führen, die dann leider durch die Beibehaltung der Hartz IV Gesetze in Zeiten der Hausse auch noch politisch gefüttert werden, so dass wir spätestens in 2 bis 3 Jahren wieder in den Tälern der Börsenkurse und in den Tälern menschlicher Stimmungen angekommen sind.

Aber ich denke wir geben alle nicht auf, uns über diese Zusammenhänge Gedanken zu machen und wenn auch nur ein Börsencrash und die dazugehörige Depression der Märkte und der Bevölkerung abgefedert werden kann durch kluge, lernfähige Köpfe, dann sollten wir nicht aufhören daran zu arbeiten als Menschen.

Liebe Grüße
Till

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